Alkohol im Straßenverkehr – Welche Folgen drohen bei einer Trunkenheitsfahrt?

Alkoholkonsum im Straßenverkehr
Alkoholkonsum und Straßenverkehr

Es ist schnell passiert: Bei einer Feier mit Freunden genießt man den einen oder anderen Schluck Alkohol und fährt anschließend nach Hause. Ob mit dem Auto oder dem Rad spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Wenn man dann in eine Polizeikontrolle gerät, fragt man sich schnell: Hätte ich noch fahren dürfen? Was kommt jetzt auf mich zu? Das dachte auch Herr Stephan S., als er von den Polizeibeamten heraus gewunken wurde. Die Messung seiner Atemluft ergab einen Promillewert von 1,0 – anschließend musste er mit „auf‘s Revier“, um eine Blutprobe abzugeben. Womit muss Stephan S. jetzt rechnen?

Wann mache ich mich wegen einer Trunkenheitsfahrt im Verkehr strafbar?

Wegen Trunkenheit im Verkehr macht sich gemäß § 316 Strafgesetzbuch (StGB) strafbar, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen. Die Strafbarkeit knüpft an die allgemeine Gefährlichkeit von Rauschmitteln an. Ob eine alkoholbedingte Fahrunsicherheit des Fahrzeugführers vorliegt, wird anhand von relativer und absoluter Fahrunsicherheit unterschieden. Bei der absoluten Fahruntüchtigkeit reicht allein die gemessene Blutalkoholkonzentration (BAK) aus, um die Fahruntüchtigkeit des Fahrzeugführers unwiderleglich festzustellen. Die BAK muss bei Autofahrern mindestens 1,1 Promille betragen.

Dagegen liegt relative Fahruntüchtigkeit vor, wenn der Fahrzeugführer eine BAK von 0,3 bis 1,1 Promille aufweist und alkoholbedingte Ausfallerscheinungen (Geradeausfahren in einer Kurve, erheblich überhöhte Geschwindigkeit, Schlangenlinien) hinzutreten. Erst bei Vorliegen dieser zwei Komponenten kann von der Fahrunsicherheit des Fahrzeugführers ausgegangen werden.

Gilt die Strafbarkeit wegen Trunkenheit im Verkehr nur für Autofahrer?

Nein, § 316 Strafgesetzbuch (StGB) erfasst alle Fahrzeuge, die dem Zweck der Beförderung von Personen oder Sachen und der Fortbewegung im öffentlichen Verkehr dienen. Daher kann sich beispielsweise auch der Führer eines Lkw, Motorrads, Mofas oder Fahrrads wegen Trunkenheit im Verkehr strafbar machen. Für Radfahrer wird jedoch erst ab 1,6 Promille die absolute Fahruntüchtigkeit unwiderleglich vermutet.

Welche Strafen sind wegen Trunkenheit im Verkehr zu erwarten?

Das Gesetz sieht für die Trunkenheit im Verkehr eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor. Für das Strafmaß sind verschiedene Kriterien ausschlaggebend und im Einzelfall zu prüfen. Dazu zählen die Höhe der Blutalkoholkonzentration, das Vorliegen von vorsätzlichem oder fahrlässigem Handeln, der Anlass der Fahrt sowie Dauer und Länge der Fahrstrecke. Daneben kann das Gericht den Entzug der Fahrerlaubnis nach § 69 Abs. 2 Nr. 2 Strafgesetzbuch (StGB) anordnen. In diesem Fall bestimmt es zugleich eine Sperre für die Erteilung einer neuen Fahrerlaubnis für die Dauer von mindestens sechs Monaten, § 69a I Strafgesetzbuch (StGB). Die Fahrerlaubnis kann gemäß § 111a Abs. 1 Strafprozessordnung (StPO) bereits während des Ermittlungsverfahrens vorläufig entzogen werden. Anstelle eines Entzugs der Fahrerlaubnis kann auch ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten verhängt werden. Außerdem erfolgt eine Eintragung von 2 bzw. 3 Punkten in das Fahreignungsregister (FAER) beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg.

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