Polizei mit Helmen

In der vergangenen Woche hat eine große Razzia gegen mehrere Betreiber und Nutzer illegaler Handelsplattformen stattgefunden. Im Zuge der Ermittlungen wurden europaweit insgesamt 69 Wohnungen und Firmenräume durchsucht. Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main veranlassten die Festnahme von neun Verdächtigen. Die mutmaßlichen Täter stammen aus Deutschland, der Schweiz, Syrien und Bosnien. Unter den festgenommenen Personen sollen auch die mutmaßlichen Betreiber und Administratoren von fünf deutschsprachigen Handelsplattformen im sogenannten „Darknet“ sein.

Was ist Darknet?

Darknet (englisch für: „Dunkles Netz“) beschreibt einen verborgenen Teil des Internets. Auf dieser Plattform können sich Nutzer unerkannt bewegen. Die Teilnehmer des Darknet müssen untereinander manuell eine Verbindung in diesem Netzwerk herstellen. Dafür benötigen die Nutzer eine spezielle Verschlüsselungssoftware, die sich „Tor“ nennt. Die Inhalte, die auf diesen Plattformen im Darknet ausgetauscht werden, sind besonders geschützt. Ein automatischer Zugriff auf das verschlüsselte Darknet ist nicht möglich. Auch die Suchmaschinen (z.B. Google) finden die Plattformen des Darknet nicht.

Wer nutzt Darknet?

Darknet wird unter anderem von Menschen verwendet, die viel Wert auf ihre Privatsphäre legen. Darüber hinaus gebrauchen auch Menschen das unsichtbare Datennetz, die in repressiven politischen Systemen leben. Auf diese Weise können sie staatlicher Überwachung entgehen.

Das Darknet wird offenkundig aber auch zum Teil von Kriminellen genutzt. Über diesen verborgenen Teil des Internets können die Täter in geschlossenen Foren und Chaträumen illegale Geschäfte abschließen. Die Ermittler gehen vom Handel mit Drogen und Falschgeld, von Geschäften mit Waffen, dem Tausch von Kinderpornographie und gefälschten Pässen aus. Auch bei der Razzia in der vergangenen Woche stellten die Fahnder eine erhebliche Menge an Drogen, eine Schusswaffe und 150.000 Euro Bargeld sicher. Außerdem wurden mehrere Computer, Festplatten und andere Speichermedien bei den Hausdurchsuchungen gefunden, berichten die Medien.

Wie sicher ist das Darknet?

Das Darknet existiert schon mehrere Jahre. Eine Entschlüsselung war seitdem nicht möglich. Nun gelang Spezialisten der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität in Gießen erstmals der Durchbruch. Die Auslands-Server der Darknet-Plattformen in Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland konnten für längere Zeit unbemerkt überwacht werden. Auf diese Weise können nun die kriminellen Geschäfte zurückverfolgt und dokumentiert werden. Im Kampf gegen die Internetkriminalität ist dies ein großer Erfolg, so die Strafverfolgungsbehörden.

Welche Strafen drohen den illegalen Nutzern von Darknet?

Die Internetkriminalität war bis vor kurzem von einer Grauzone umgeben. Doch mit der Schaffung des Straftatbestandes der Datenhehlerei im Dezember 2015 wurde diese Strafbarkeitslücke geschlossen. Die Vorschrift des § 202d Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) bestraft nunmehr denjenigen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, der Daten, die nicht allgemein zugänglich sind und die ein anderer durch eine rechtswidrige Tat erlangt hat, sich oder einem anderen verschafft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, um sich oder einen Dritten zu bereichern oder einen anderen zu schädigen.

Beim illegalen Handel mit Drogen droht in den meisten Fällen gemäß §§ 29 ff. Betäubungsmittelgesetz (BtMG) eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Noch schärfer wird der Besitz und das Handel treiben mit Waffen geahndet. Hier liegt die Mindeststrafe bereits bei einer Freiheitsstrafe von einem Jahr. Das Höchstmaß sieht gemäß § 51 Abs. 1 Waffengesetz (WaffG) eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren vor.

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