Cannabis (Wirkstoff THC) konsumieren und Auto fahren – welche strafrechtlichen Folgen drohen und wie finde ich den richtigen Anwalt?

Drogen im Straßenverkehr
Drogen und Straßenverkehr

Es kommt oft vor bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Das Rauchen von Cannabiszigaretten, auch Joints genannt. Selbst wenn die gesundheitlichen Folgen der Droge umstritten sind: Einigkeit besteht darüber, dass sie im Straßenverkehr Tabu sind. Doch was geschieht, wenn man ein Auto unter dem Einfluss von Cannabis oder Haschisch lenkt? So erging es Matthias J. Einige Tage nach dem Konsum von Cannabis (Wirkstoff THC) wird er bei einer zufälligen Polizeikontrolle auf der Berliner Schildhornstraße um die Abgabe einer Urinprobe gebeten, die prompt positiv ausfällt. Was kommt jetzt auf ihn zu? Womit muss er rechnen? Sollte Matthias J. einen Rechtsanwalt mit der Sache beauftragen? Und was muss er bei der Anwaltssuche beachten?

 

Wie wirkt sich der Cannabiskonsum im Straßenverkehr strafrechtlich aus?

Cannabis ist ein berauschendes Mittel, dessen Konsum ähnliche Auswirkungen zeigt wie der von Alkohol und außerdem zu Beeinträchtigungen der motorischen Fähigkeiten führt. Daher ist das Führen eines Fahrzeugs im Straßenverkehr unter Cannabiseinfluss nach § 316 Strafgesetzbuch (StGB) ebenso unter Strafe gestellt wie die Trunkenheitsfahrt.

Der Normtext fordert, dass der Fahrzeugführer nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen. Wann dies der Fall ist, kann nicht allein anhand der Menge von HTC im Blut oder Urin festgestellt werden, da es starre Grenzwerte im Bereich der Rauschdrogen nicht gibt. Vielmehr müssen durch den Cannabiskonsum verursachte Ausfallerscheinungen beim Fahrzeugführer festgestellt werden.

Welche Strafen drohen mir beim Cannabiskonsum im Straßenverkehr?

Die Tat kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden. Darüber hinaus kann das Gericht den Entzug der Fahrerlaubnis, die Verhängung einer Sperrfrist für eine neue Fahrerlaubnis oder ein Fahrverbot anordnen. Außerdem werden Punkte im Fahreignungsregister (FAER) in Flensburg eingetragen.

Was kann ein Anwalt für mich tun, wenn gegen mich wegen Cannabiskonsums im Straßenverkehr ermittelt wird?

Ihr Rechtsanwalt hat die Möglichkeit, Akteneinsicht zu nehmen und gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Verteidigungsstrategie zu erstellen. Gerade beim Vorwurf des Führens eines Fahrzeugs unter Drogeneinfluss wird eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) zur Überprüfung der Fahreignung vollzogen. Hier kann Ihr Anwalt Auskunft geben, ob Sie sich einer solchen Prüfung unterziehen müssen oder nicht. Dementsprechend kann Ihr Rechtsanwalt auch die Verwertbarkeit der Urin- bzw. Blutprobe als Beweismittel vor Gericht überprüfen und ihr gegebenenfalls widersprechen. Auch das Verhindern einer Verurteilung oder das Erreichen einer Einstellung des Verfahrens wegen Cannabiskonsums im Straßenverkehr ist möglich.

Was sollte ich bei der Anwaltssuche beachten?

Zum einen sollten Sie für eine bestmögliche Verteidigung einen Rechtsanwalt beauftragen, der seinen Tätigkeitsschwerpunkt auf dem Fachgebiet des Verkehrsrechts gewählt hat. Dabei ist es ratsam, einen Fachanwalt für Verkehrsrecht oder einen Fachanwalt für Strafrecht zu beauftragen, da dieser über spezielle und vertiefte Kenntnisse auf dem Rechtsgebiet verfügt. Zum anderen kann bei der Anwaltssuche auf eine langjährige Berufserfahrung des Fachanwalts Wert gelegt werden. Bei Strafverfahren wegen Cannabiskonsums im Straßenverkehr ist auch die Kenntnis der aktuellen Rechtsprechung von essentieller Bedeutung für eine erfolgreiche Verteidigung.